Selten trat das Leitbild natürlicher, selbstbewusster und emanzipierter Frauen in der DDR so eindrucksvoll in Erscheinung wie in den Fotografien der legendären Mode- und Kulturzeitschrift SIBYLLE. Es galt der Anspruch alltagstaugliche Mode zu präsentieren und ein modernes Frauenbild zu vermitteln.

Der Erfolg der SIBYLLE lag in ihrem besonderen Konzept – Mode, Fotografie und Kultur zu verbinden. Der Modeteil entwickelte sich mit Informationen über neueste Trends in Ost und auch West sowie Schnittmusterbögen und Nähanleitungen zur Inspirationsquelle der Leserinnen. Der Kulturteil war geprägt durch Themenvielfalt; es gab Beiträge über Kunst, Literatur, Theater, Architektur und Design, sowie ausführliche Porträts bekannter wie unbekannter Frauen.

Die Ausstellung zeigt ausgewählte Fotoserien und kombiniert sie mit Aussagen von Redakteurinnen, Mannequins und Fotografen. Sie vermitteln Einblicke in die Arbeitsweise und -bedingungen bei der Moderedaktion der SIBYLLE. Es wird über Zensur, künstlerische Freiheit, Mangelwirtschaft und Improvisationstalent sowie Gleichberechtigung, SED-Frauenpolitik, Berufstätigkeit und Familienleben berichtet.

Cover der SIBYLLE 6/1988

Die Ausstellung läuft bis zum 22.August 2010 im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (Potsdam).

Bild: www.hbpg.de

Mehr unter: http://www.hbpg.de/ausstellungen/sonderausstellungen/sibylle.htm