Kurz vor Beginn der Fashion Week haben wir die Mode-Mathematikerinnen von Mikenke in ihrem Atelier in Berlin besucht und ihnen einige Fragen gestellt.
1. Bitte stellt euch kurz vor.
Wir sind Tina und Rosa und haben das Label Mikenke im letzten Jahr zusammen gegründet – alles also noch relativ frisch. Wir haben beide Modedesign an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee studiert und – nach verschiedenen Stationen – langsam angefangen projektbezogen zusammen zu arbeiten. Im letzten Jahr wagten wir es dann ein Label zu gründen.

Mikenke
2. Warum nennt ihr Euch Mode-Mathematikerinnen?
Wir arbeiten immer mit Modulen, aus denen wir unsere Schnitte entwickeln und das ist einfach sehr mathematisch. Man hat beispielsweise eine gewisse geometrische Grundform und vervielfältigt diese – so entwickeln wir unsere Schnitte. Wir hatten das Sechseck jetzt zwei Kollektionen als Grundform und haben schöne Sachen daraus entwickelt – suchen uns dann sicherlich aber wieder ein neues Thema.
3.Ein paar Worte zu eurer aktuellen Kollektion.
Unserer Winter-Kollektion liegt das Sechseck zugrunde. Wir hatten das Thema bereits im Sommer und haben es jetzt noch einmal vertieft, da die Sachen gut angekommen sind und wir sie zum Teil perfektionieren und ausbauen wollten. Folglich haben wir auch einen Teil aus der letzten Kollektion übernommen und Neues hinzugefügt. Wir arbeiten mit der sogenannten Shibori-Färbung und konzentrieren uns auf Handbatiken. Es gibt sehr großzügige, graphische Drucke und komplexe mehrstufige Färbungen zu sehen. Vom Farbkonzept her ist die Kollektion sehr kühl und reduziert gehalten – grau, schwarz, mintgrün und azurblau. Die Schnitte sind nach wie vor sehr großzügig, sehr skulptural – da sind wir unserem Stil treu geblieben.
4. Habt ihr einen bestimmten Typ Frau vor Augen wenn ihr designt? Wer sollte Mikenke tragen?
Wir haben natürlich eine bestimmte Art von Frau vor Augen: Großstädterin, Kultur-Interesse, selbstbewusst, emanzipiert, weiblich, modern und natürlich auch mit einem Gespür, was die Auswahl der Materialien angeht.
5. Wie setzt ihr Nachhaltigkeit bei eurem Label um und welche Bedeutung hat diese für euch in der Mode-Welt?
Die Verbindung von Mode und dem ökologischen Aspekt ist eine große Nische – dazwischen liegen immer noch Welten. Die Nachhaltigkeit der Kleidung ist sicherlich ein Plus, spielt aber wahrscheinlich nicht die Hauptrolle beim Kauf unserer Sachen. Wir hatten das Gefühl, ein ökologischer Ansatz im High-Fashion-Bereich wäre eine wirkliche Innovation. Es gibt inzwischen so gut wie alles in der Mode – die Frage nach der Herkunft der Materialien wird nur selten gestellt. Wir setzen dies um, indem wir mit natürlichen Materialien arbeiten – unsere Baumwolle kommt aus kontrolliert biologischem Anbau und ist nach bestimmten ökologischen und sozialen Standards gefertigt. Darüber hinaus verwenden wir Seide und Leinen, besonders also Materialien, die von sich aus schon nachhaltig sind. Wir versuchen natürlich auch immer mit regionalen Produkten zu arbeiten und beziehen bspw. unser Leder komplett aus der Umgebung.
Außerdem sollen unsere Designs nicht nur für eine Saison tragbar sein. Diesen Anspruch haben wir sowohl bei der Gestaltung als auch bei der Verarbeitung.
Wir danken Euch ganz herzlich für Eure Zeit. Im Rahmen der Fashion Week Berlin wird auch das Ergebnis der Kooperation mit Dr. Hauschka – ein von Mikenke designtes Haar-Accessoire – „enthüllt“.
Tags: Berlin Fashion Week, Dr. Hauschka, Mikenke


