Michael Michalsky Interview

Heute Abend hat Michael Michalsky für seine StyleNite im Tempodrom ein großes Programm der Extraklasse aufgefahren: Neben seiner eigenen Sommerkollektion 2012 wird erstmals auch seine Beachwear-Linie aus der Kooperation mit Lascana in einer zusätzlichen Show präsentiert. Musikalisches Begleitung bieten dazu die britische Newcomer-Band Mirrors und das DJ Duo Tiefschwarz, welches die bekannte Aftershow Party bereichern wird. Um so erstaunlicher, dass Michael jetzt kurz vorher noch Interviews gibt. So auch mir im kleinen Gruppeninterview mit den wunderbaren Kolleginnen Sarah und Nike von This is Jane Wayne vor gerade mal zwei Stunden.

Michael Michalsky Im Interview

Bereits zum 10. Mal zeigst du heute deine Kollektion. Wie fühlt man sich dabei?

Ich bin sehr aufgeregt, heute sogar doppelt. Zwei Shows, also zwei Mal Aufregung. Und dann kommt eben noch das 5 jährige Jubiläum mit der 10.Show hinzu. Zudem habe ich natürlich sehr hart an der Kollektion gearbeitet, die Modeausrichtung wird etwas extremer und ich weiß jetzt auch mehr wer ich bin und wo ich hin möchte als Designer. Da bin ich natürlich gespannt ob das alle funktioniert: Das Casting, das Licht, die Musik, Haare & Make-Up, die Kleidung und das Styling. Ich denke man wird immer aufgeregt sein, da steckt eben ganz viel Herzblut mit drin, mein Team und ich haben sechs Monate intensive daran gearbeitet, die letzten Wochen sogar Tag und Nacht. Wenn man an einem Projekt so lange arbeitet, ist das ja ganz klar. Man präsentiert es einem großen Publikum und einer breiten Öffentlichkeit, da will man, dass es sich für einen selbst und das Team gelohnt hat.

Wer sind sie denn?

Michael Michalsky. Designer für moderne Menschen im 21. Jahrhundert, die stylisch und an Mode interessiert sind, aber gleichzeitig auch sehr stilsicher.

Was ist an der Kollektion typisch Michael Michalsky, was ist neu?

Typisch ist, dass es wieder einen Druck gibt, Sportelemente, die aus dem Kontext heraus genommen wurden in Kombination mit Tailoring und Couture Einflüssen. Neu ist, dass sich die Design-Language noch mehr graphisch, architectual, minimal – oder wie ich es gerne nenne maximal-minimaslism – entwickelt hat und einen Tick extremer geworden ist. Mein Ziel beim Designen ist es für Menschen Lieblingsteile zu kreiere. Natürrlich zeige ich den Look und style das als Kollektion, aber wenn ich diese konzipiere sind es ja auch viele Einzelteile. Ich selbst kaufe hauptsächlich Einzelteile, deshalb habe ich ja den Leitsatz „Real clothes for real people“ , ich möchte Mode tragbar gestalten. Daher sind auch die Couture Elemente wie beispielsweise die Bestickungen im typischen Michalsky-Twist mit einer sportiven, casual Hose verbunden.

Die Kollektion steht unter dem Thema „Tolerance“. Was ist ist nicht zu tolerieren in der Mode?

Ich tolleriere ja alles! Entstanden ist die Idee aus dem Statement von vor sechs Monaten, dass multi-kulti gescheitert ist. Meiner Meinung nach stimmt das absolut nicht. Ich persönlich finde es extrem reizvoll in einer Stadt zu leben, die unterschiedliche Kulturen wiederspiegelt, vielfältige Leute, Religionen oder sexuelle Orietierungen aufweist. Das ist doch die Würze des Lebens und das ist der Grund, warum man in so einer Stadt wie Berlin kreativ sein kann! Das habe ich versucht umzusetzten anhand von Kleidungsstücken, die man vielleicht bestimmten ethnischen Bevölkerungsgruppen zusprechen würde, wie beispielweise osteuropäische Stickerein, asiatische und indische Elemente oder auch Bouclé-Stoff, wie man ihn in Charlottenburg erwarten würde.

Welche Stoffe, welche Farben können wir erwarten?

Meine Mainfarben sind Schwarz und Weiß, aber auch eine breite Palette an soften Grautönen. Die Mischung aus Schwarz und Weiß spiegelt gerade das Thema Toleranz sehr gut wieder. Keyfarben sind Lime-Green und ein sehr dunkles, aber dennoch bright Lavendel.

In wie fern ist Mode ein Spiegel der Gesellschaft?

Ich lasse mich ja gerne von Sachen inspirieren, die auf der Zunge liegen, die einen Tag täglich begleiten. Ich lese viel, bin Nachrichtenjunkie, liebe Jugendkulturen, Musik und nehme all das auf, was eigentlich alle Leute beschäftigt. Ich versuche  ja nur zum Denken anzuregen, ich gebe keine Meinung vor wie beispielsweise Philosophen es tun. Es beschäftigt mich und ich versuche es in meinen Kreationen wieder zu spiegeln!

Herzlichen Dank lieber Michael, wir freuen uns heute Abend auf die Show! Den Live-Stream dazu gibt es hier zu sehen!

Das Interview wurde aufgezeichnet und ist nicht Wort wörtlich wiedergegeben.