Karl Lagerfeld - Visiting Editor-in-Chief bei METRO

Wer sagt, dass die Modekultur in Frankreich elitär ist? König Karl jedenfalls verbreitet seine Thesen ans Volk heutzutage als Gast-Chefredakteur im Gratisblatt METRO, eines jener Recyclepapierzeitungen, die man am Ausgang aus der Pariser U-Bahn von Teilzeitjobbern in die Hand gedrückt bekommt. Und was steht drin?

Unser Lieblings-Designer kommentiert und illustriert das aktuelle Zeitgeschehen. Hier sind die Top Ten des Karl Lagerfeld:
1. Quatar kauft Frankreich
Der Investmentfonds Quatar Investment Authority kauft sich fleißig in Frankreich ein – ob in Luxushotels oder Sportsendern. Karl sagt dazu:
Frankreich steht zum Verkauf, also kaufen die Quatarer ein! Unter allen Golfstaaten ist Qatar für mich das zivilisierteste, die Leute dort sind gebildet, interessieren sich für Kultur. Es gibt dort schöne Türme, nicht zu vergleichen mit dem Tour Montparnasse, der ausschaut als sei er ein Zahnsumpf in einem zahnlosen Mund. Andererseits, in der Banlieue, dort ist ihr Investment eher in Frage zu stellen. Mais le monde est différent.“

2. Selbstmordprävention
Laut dem Blatt Métro hatten im Jahr 2009 3,9% der Franzosen zwischen 15-85 Jahren Selbstmordgedanken. Es gibt in Frankreich eine sogenannte Nationalunion für die Prävenzion von Selbstmorden, die regelmäßig Aufklärungs- und Präventionstage einrichtet.

Das sagt Karl: Man sollte besser das gesamte Jahrüber Aktionen machen, als bloß einige Tage. Es gibt so viele verschiedene Gründe für einen Suizid, dass es extrem schwierig ist, gezielte Präventionsarbeit zu leisten. Selbstmord ist eine Wahl, ein Akt der Freiheit.“

3. Der Syrische Präsident
Karl Lagerfeld: „Manche sagen, die Lage würde sich verschlimmern, wenn Bachar-al-Assad ginge. Aber dies ist ein komplexes Thema. Dieser Mensch ist in jedem falle schrecklich/angsteinflößend“

4. Star Wars
„Star Wars, das ist Kitsch, aber im guten Sinne! Ich habe während meiner Karriere für große Regisseure Kleider gemacht – aber ich könnte mich nie der Vision eines Regisseurs unterwerfen. Ich zziehe es vor, alles von A bis Z zu kontrollieren, und wenn es dann Fehler gibt, so bin ich für diese Verantwortlich.“

5. Haider Ackermann
Im interview mit dem französischen Modemagazin Numéro gab Karl preis, er würde sich Haider als Nachfolger von Chanel wünschen.

Karl Lagerfeld - Visiting Editor-in-Chief bei METRO

6. Monarchien
„Monarchien sind nützlich für den Tourismus. Sie sind nicht nötig, machen aber Spaß. Queen Elisabeth die II macht sich sehr gut auf Fotos. Sie ähnelt ihrer Großmutter, wirkt dabei aber viel freundlicher.“

7. Social Media
„Ich bewundere Menschen, die mit Nichts Millionen verdienen können. Aber der Appetit kommt beim Essen. Hat man erst einmal die eine Million, will man die nächste…“

8. Öko-Textilien
„Wir sind nicht wählerisch beim Stoff. Wenn er gut ist, nehmen wir ihn“

9. Doping im Sport
„Das ist doch ganz egal ob jemand Doping nimmt oder nicht. Die menschliche Natur hat seine Grenzen. Und natürlich ist es schade um die Gesundheit. Idealerweise ist doch der Sport etwas, das der Gesundheit gut tun sollte. Der Sport ist heutzutage aber mehr und mehr ein Spektakel.“

10. Über sich selbst
„Ich gehöre jeder Generation an“

Karl Lagerfeld - Visiting Editor-in-Chief bei METRO

Jean-Pierre Veyrat, Verhatensexperte, analysiert den Look von Karl Lagerfeld für die Zeitung Métro:

Die Sonnenbrille: „Karl Lagerfeld ist in wahrheit ein sehr schamhafter Mensch, der sich nicht gerne entblößt. Er möchte nicht, dass meine seine Augen sieht also eventuell sehen könnte, was er denkt. Dies ist ein Zeichen von Unabhängigkeit, aber auch Missachtung.“

Sein Akzent: „Er meistert Französisch perfekt – doch seinen deutschen Akzent behält er bei. Er unterstreicht seinen Charakter, seine Strenge.“

Seine Frisur: „Auf eine gewisse Art und Weise ist der weisse Pferdeschwanz sein Markenzeichen. Es ist wie Jean-Paul Gaultier immer durch sein Marine und den Schnurbart auffält. Der Look ist Teil der Identität.“

Karl Lagerfeld - Visiting Editor-in-Chief bei METRO

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