Beim Durchblättern der Juli-Ausgabe der britischen Vogue war ich verdutzt einen Artikel zur neuen Rocklänge zu lesen: sie heißt Midi! Was ich persönlich eher mit Ökoflohmärkten und antroposofischen Müttern im grasgrünen weiten Filzgewand in Verbindung bringe, soll jetzt der neue Trend werden? Röcke, die irgendwo zwischen der dicksten Stelle der Wade und den Knöcheln aufhören? Jetzt noch im Jeansmodell und meine Horrorvorstellung ist komplett.

Doch ich lasse mich ja gerne auf eine Diskussion ein. Die Bottega Veneta-Variante (Mitte) aus schwarzer Seide und nicht all zu kurz ist gar nicht mal so schlecht – bürotauglich, versteckt so manches unschöne Kilo und Knie und hält im Herbst sicherlich wärmer als der Mikromini. (Auch ein besserer Trend als Leggins, die leider bei zu vielen Mädels die Hose komplett ersetzten und optisch drei Kleidegrößen addieren.) Aber auch dieses gelungene Design sollten nur nur mit hohen Schuhen getragen werden, sonst sieht man schnell wie ein kleiner laufender Baumstumpf aus. Das linke Modell von Rochas ist meiner Meinung nach ohne die weiße Spitze viel schöner und wäre somit ein eleganter Bleistiftrock mit schwarzer Krempe in der Länge „gerade so über dem Knie“ (macht schöne Beine!). YSL auf der rechten Seite bringt die 90er zurück, außerhalb des Fotoshoots am schlanken Model kann aber der Stretchrock definitiv nicht gut aussehen.

Bei der Fotostrecke einige Seiten später, erspähte ich erneut ein Midikleid aus grauem Jersey von Zoe Tee’s, bei dem ich einfach gerne die Schere nehmen würde und noch 15 cm abschneiden würde. Dann wäre es echt süß!

Mein Resultat: Midiröcke in fließenden Stoffen wie Seide oder Satin und hohen Schuhen sind gut für seriöse, kalte Tage – ansonsten lieber bei der etwas kürzeren Variante bleiben.