Germany's Nest Topmodel 2011

Heidi Klum geht in die nächste Runde und castet seit kurzem Germany’s Next Topmodel 2011. Auf der Suche nach den schönsten Mädels des Landes wird eine Castingtour durch 21 Städte veranstaltet. Aber wie läuft so ein Casting wirklich ab? Ist Heidi dabei? Ist alles abgesprochen? Einstudiert? Um das herauszufinden, habe ich das Casting in Berlin letzte Woche unter die Lupe genommen.

Relexa Hotel Berlin

Schon von weitem war die riesige Schlange vorm Relexa Hotel im Norden Kreuzbergs zu sehen. „Models“ waren auf den ersten Blick eher nicht dabei. Der Türsteher am Eingang ließ die aufgebrachten jungen Damen in 10er Gruppen  zum Frontdesk – Begleiter durften nicht mit rein. Nachdem er aufrief, dass die verlangte Größe von 1.72m OHNE Heels eingehalten werden muss, düsten einige bereits wieder beleidigt ab (Ohhh!). Die, die sich dennoch probierten durchzumogeln, wurden von dem Herrn am Eingang aussortiert – genauso wie die Mutter, die meinte die Hand ihrer Tochter nicht loszulassen zu können. Wenn deine Kleine das nicht schafft, schafft sie GNTM ganz sicher auch nicht.

The Frontdesk

Nach der Nummernvergabe am Frontdesk ging es weiter in den Vorbereitungsraum. Die dicken Winterjacken wurden ausgezogen, Tops nochmal gewechselt, Haare toupiert und mit Spray befestigt. Da hab ich mich schon gefragt, ob einige der Mädels keine ehrlichen Freunde und Familien haben. Süße, wenn du 1.72m auf Zehenspitzen und gestreckt bist sowie noch nie etwas von einem Sportstudio gehört hast, dann solltest du nicht denken du kannst Topmodel werden. Versteht mich nicht falsch, ich bin absolut gegen Magermodels. Viele hatten eine normale, süße Figur und waren hübsch, aber um ein Model zu werden muss man einen durchtrainierten, schlanken Körper haben und trägt nicht eine Tonne Make-Up, ist Orange vom Sonnenstudio und hat Augenbrauen à la Katzenberger.

Naja, wenn man dieses Styling als „schön“ empfindet, glaubt man sicher auch das Entertainment-Formate von diversen privaten Fernsehsendern wirkliche Models oder Sänger suchen und sehen nicht, dass man bei solchen Sendungen oder Musikcastingshows (mir fällt da eine mit vier Buchstaben oder englische Popsterne ein) eher dem Feierabend-Entertaining dienen. Nichts gegen Unterhaltungsfernsehen, man sollte sich nur bewusst sein wo man da genau mitmacht. Aber weiter im Topmodel-Text:

Sitzen hier die Models 2011?

FRITZ interviewt ein Mädel - die als eine der wenigen wirklich Potential hatte

Aufgemöbelt und zitternd ging es ebenfalls in 10er Gruppen weiter in den Raum der Jury. Wer würde wohl da sein? Heidi, Q! oder vielleicht sogar ein neues Jury-Mitglied? Nein, ein Modelscout lehnte locker an einem langen Tisch, mit drei weiteren, unbekannten Jurymitgliedern. An der blauen Linie wurde sich aufgestellt, Name gesagt, umgedreht und einmal zur Wand und zurück gelaufen. Von einem der Mädels (sie hatte wirklich als Einzige eine passende Figur; Style aber wie oben beschrieben) wurden noch Fotos gemacht. Die flippte aber sowas von aus, ich hoffe sie denkt nicht sie hat schon gewonnen?!

Draußen kamen Mädels mit traurigen Gesichtern und Tränen in den Augen heraus. Ja, sie tun mir schon leid, aber sollten doch froh sein von einer fachkompetenten Jury ein ehrliches Feedback bekommen zu haben. Ob wir diesmal ein Topmodel wie Heidi finden, bleibt abzuwarten – erschreckend finde ich nur die Wahnvorstellung von so vielen jungen Mädchen, die anscheinend einen echt harten Job glorifizieren und sich von einem Entertainment-Format blenden lassen.

Wer weiterkommt, wo es hingeht und ob wir (hoffentlich) eine Bessere als Alisar finden („Lieber wieder ‚ne Lena“ hör ich überall), erfahren wir dann im Frühling 2011!

Bild via blogspan.net