Von einem Abend wie dem GQ Männer des Jahres 2014 Award erfährt man meistens nur, was auf der Bühne passiert. Doch wie bereitet man sich auf so einen Abend eigentlich vor und wie läuft’s zeitlich wirklich ab? Eine Zusammenfassung des Abends in Form meines ganz persönlichen Ablaufplans. Los geht’s:

8 Tage vor der Gala Die Frage taucht auf: Was ziehe ich eigentlich an? Auf der Einladung steht ausdrücklich „Black Tie“, die Männer also im schwarzen Anzug, die Damen im bodenlangen Kleid. In meinem Kleiderschrank finde ich natürlich nichts, stattdessen wird in Onlineshops und bei den Lieblingsdesignern geguckt. Schockliebe bei allen Roben von Designer Dawid Tomaszewski, den ich frage, ob ich mir ein Kleid ausliehen darf. Er sagt ja. Yeah!

6 Tage vor der Gala Ich stehe im Studio von Dawid Tomszewski und gucke durch die Roben durch: Seide, Satin, tiefe Ausschnitte, wallende Röcke. Nach und nach werden die Modelle anprobiert und ich bedauere, dass ich nicht jeden Abend auf eine Gala gehen kann, denn diese Kleider möchte ich nur noch tragen und wer die Wahl hat, hat bekanntlich auch die Qual.

1 Tag vor der Gala Ich hole das lange schwarze Seidenkleid mit Metallgürtel im Studio von Dawid ab. Noch einmal kurz anziehen, ob es auch noch sitzt. Die kurzen Ärmel steckt Dawid um einen Zentimeter ab, nach 10 Minuten sind sie perfekt angenäht, das Kleid ist faltenfrei und ich darf das gute Stück mit nach Hause nehmen.

4 Stunden bis zur Gala Vormittags wurden Mails gecheckt, Beiträge geschrieben, der Arbeitsalltag. Meine Locken machen was sie wollen, mein Gesicht heute irgendwie auch. Die Dame bei Douglas kann Abhilfe schaffen und zaubert mir dank Augencreme und den neusten Beautyprodukten Smokey-Eyes und einen fabelhaften Teints ins Gesicht. Sie versichert mir, dass das Make Up bis morgens früh hält – und sie wird recht behalten.

2 Stunden bis zur Gala In 10 Minuten kommt Vreni vorbei. Jetzt also ran an die Haare: Die Locken werden mit dem Glätteisen gebändigt und dann mit dem Lockenstab schön aufgelockt. Klingt komisch, sieht aber so besser aus. Vreni klingelt, hilft den Hinterkopf herzurichten und die Highheels werden angeschnallt.

1 Stunde bis zur Gala Heute scheinen alle Taxis ausgebucht zu sein. Das bestellte Taxi hat uns wohl vergessen, stattdessen winken Vreni und ich wild allen Fahrern zu, die nur so an uns vorbei rasen. Ein Traum – nach 20 Minuten erbarmt sich wirklich ein Herr und dreht die Musik für uns laut auf.

30 Minuten bis zur Gala Endlich da! Mantel abgeben und hoch zur HTC Lounge, die uns netterweise auf diesen tollen Abend eingeladen hat. Ja, hier bestätigt sich das Klischee: es gibt kleine Lachshäppchen und Champagner. Bei so einer Gala darf das auch genau so sein. Für den Abend kriegen wir auch die RE Kamera, sie passt ideal in die Clutch und spielt die geknipste Fotos auf die passende App. Noch schnell ein Foto für’s GQ Cover, auf eine echte Exklusive Sonderedition werden wir’s wohl im Printbereich eher nicht schaffen.

Let the show begin! Im wunderschönen Saal der Komischen Oper führt Joko durch den Abend und nimmt kein Blatt vor den Mund. Er schießt Tore mit GQ Sportler des Jahres 2014 Miroslav Klose – besser gesagt, Klose trifft die Löcher der Torwand, Joko versehentlich zielgenau auf das Gesicht von „Gentlewoman of the Year“ Karolina Kurkova. Adrien Brody konnte den Ball als spontaner Torwart doch nicht halten, glänzt aber mit einer lustigen Rede zu seiner Auszeichnung in der Kategorie „Film International“. Schließlich geht Joko mit Elyas M’Barek an die Bar und stoßt auf seine „Film National“ Auszeichnung mit Champagner und Ahoi Brause an. Mit auf dem Programm steht natürlich auch Live-Musik: Gewinner Andreas Bourani („Musik National“) holt kurz die WM Gefühle mit „Auf uns“ zurück, der britischen Musiker Olly Murs (GQ Mann des Jahres 2014 in der Kategorie „Stil“) bringt mit „Wrapped Up“ das Publikum zum Mitklatschen und James Blunt holt sich nach seinem Auftritt den Preis für GQ Mann des Jahres 2014 in der Kategorie „Social Media“ ab – den hat er sich dank seiner Schlagfertigkeit auf seinem sehr  amüsanten Twitter-Account verdient – hier unbedingt reinklicken.

Und jetzt: Aftershow Party! Ich halte es tatsächlich den ganzen Abend auf hohen Schuhen aus, das Kleid von Dawid schwingt äußerst gut auf der Tanzfläche zu den HipHop Beats mit und das ausgelassene Publikum macht aus der Modeveranstaltung ein wahres Fest. Merci an HTC und die GQ für diesen fabelhaften Abend – Männer in Anzügen sind ein wahrer Augenschmaus, mehr von diesen Partys, bitte!

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