Yves Saint Laurent - Der Film

Am Mittwochabend sah ich mir den französischen Kinofilm Yves Saint Laurent an (hier gehts zum Trailer) – ein Film über das Leben des Modeschöpfers seit seiner Zeit als Assistenz bei Dior. Der Film zeigt also den Werdegang von Yves Saint Laurent, zeigt die Sonnen- und Schattenseiten seines Lebens, seine Mode-Innovationen, seine Leidenschaften und natürlich seine kreative Entourage.

Neulich las ich ein Buch, dass sein eigentliches Wesen, seinen Sinn und seine Botschaft erst auf den letzten drei bis vier Seite offenbarte. Es ging dabei um die wahre Liebe, und dass was tiefe Gefühle in einem auslösen. Um ihre Unvergänglichkeit und Bedingungslosigkeit. Genau jene zwei letzten Eigenschaften beobachtet man bei Yves Sain Laurents Partner Pierre Bergé den ganzen Film entlang. Er verliebt sich auf den ersten Blick in den jungen Schönling (gespielt von Kino-Newcomer Pierre Niney) und ist fortan der starke Mann an seiner Seite. Er tröstet und bestärkt Saint Laurent, wenn er unter seiner Depression leidet, an sich zweifelt oder kurz vor dem Zusammenbruch steht. Er spricht ihm Mut zu. Er beschützt ihn vor der Realität, der Sain laurent zuweilen nicht gewachsen zu sein scheint.

Und so konzentriert sich Saint Laurent auf das Schöpferische. An seinem Schreibtisch, umgeben von Inspirationen aus der Mode und der Kunst – denn schließlich stammte Pierre Bergé aus einem kunstnahen Umfeld. Und so ist es auch die Kunst, die Yves Saint Laurent zu seinem Durchbruch als eigenständigen Couturier verhilft: Kleider in Mondrian-Grafik aus der Herbstkollektion 1965 gelten laut dem Metropolitain Museum of Art als Sinnbild für die damalige Nähe der Mode-und Kunstwelt der Zeit.

Mondrian Dress - (c) Metropolitain Museum of Art, NYC

Tatsächlich umgab sich der Designer, wie man es im Film sieht, mit einer Entourage von Künstlern jeder Couleur. Karl Lagerfeld und seine Liebe Jaques de Bascher, Andy Warhol, der bei den gemeinsamen Parties stumm aus der Ecke Fotos schiesst und natürlich Loulou de la Falaise und die schöne Victoire Doutreleau.

Der Film zeigt aber auch die Schattenseiten auf. Der realitätsferne Kokon, in dem Saint Laurent fortan von Kollektion zu Kollektion lebt, erlaubt Saint Laurent seine, wie er sagt „verpasste Jugend“ aufzuholen. Exzesse und Untreue inklusive. Pierre Bergé bleibt an seiner Seite, duldend, die Ruhe bewahrend und zutiefst loyal.

Visuell wird man im Film Zeuge eines guten Stückes Modegeschichte – von der Fortführung des Dior New Look unter Saint Laurent, von seinen ersten Kollektionen, seine Weiterentwicklung und die Radikalität seiner Innovationen. Man sieht, wie sein tägliches Leben und Erfahrungen in die Kollektionen einfließen und was es eigentlich bedeutet, vier Kollektionen im Jahr zu entwickeln. Wann immer der Film auch in deutsche Kinos kommt, diese anderthalb Stunden Gänsehaut sollte niemand verpassen!

PS: Auf Instagram gibts n kurzen Mittschnitt 🙂

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