Der September, oder La Rentrée, wie die Franzosen die Zeit so schön als „Heimkommen“ bezeichnen ist auch eine Fashion-Wiedergeburt. Man hat die Sommerkleider leid, investiert in die neuen Herbst/Winter Looks. Vogue & Co inspirieren uns mit ihrem September Issue und die Fashion Weeks gehen einmal um die Welt.

Gestern war zudem Sonntag – statistisch gesehen der Tag, an dem die meisten Onlinekäufe getätigt werden. 63% der unter 30-jährigen in Deutschland kaufen „häufig“ Kleidung Online. Bequem vom iPad, vom Smartphone über Anbieter-Apps oder Instagram, oder einfach über den Rechner. Und dann kommt das ganze nach Hasue, auf die Arbeit oder an eine Packstation. In einem der ikonischen weißen oder brauen Kartons und über Nacht. Aber – ist das gut?

Soll man alles sofort haben wollen und bekommen?

Sonntag, 18:38 Uhr. Ich finde Schuhe, die ich UNBEDINGT haben muss…(Kennt ihr das?). Ich lege sie in den Warenkorb. 18:40 Uhr. Der Online-Shop kennt meine Daten, noch ein Klick, und die Schuhe sind morgen bei mir. In derselben braunen Box, in der ich auch schon Headphones, Bücher und Handyhüllen bestellt hatte. Moment – Morgen?! Ich bin enttäuscht. Wo bleibt die Vorfreude? Wo bleibt das sich-sehnen-nach und dann eeeendlich bekommen? Natürlich werde ich schwach, schlage zu. 18:42 Uhr. „Ihr Paket wird vorraussichtlich zwischen 16 Uhr und 18 Uhr geliefert“

In den vier Minuten, die es brauchte, das Produkt virtuell „meins“ nennen zu können, stand ich noch nicht einmal vom Sofa auf. Werde ich die Schuhe wertschätzen können? Werde ich mich freuen können, dass sie da sind? Werde ich sie sofort auspacken, in aller Euphorie? Ein kleiner Zweifel macht sich breit. Dann, Nostalgie.

In meiner Garderobe befinden sich einige Teile die ich sehr wertschätze. Eben auch, weil eine gewisse Arbeit darin bestand, sie zu bekommen. Und zwar unabhängig vom Preis. Natürlich werde ich nie vergessen, wie ich meinen ersten Burberry Trench ehrfürchtig eine Woche lang im Wohnzimmer aufhing, bevor ich ihn einweite. Doch selbst in der „normalen“ Preisklasse lernt man Dinge ganz schnell wertschätzen, wenn man sie mag und sie dann auch noch nicht leicht zu haben sind. Bei COS war ich neulich bitzverliebt in ein wunderschönes gewebtes Oberteil in Kastenform. Ich zögerte, doch dann ging es mir nicht aus dem Kopf. Online? Ausverkauft in meiner Größe. Sechs Cos-Stores in München, Düsseldorf und Paris (zum Glück reise ich viel!) später, hatte ich es endlich. Und nun genießt es natürlich die allerbeste Pflege und einen Sonderplatz im Kleiderschrank. Weil kleine Hürden in jeder Beziehung die Magie erhöhen. „Das schönste Objekt verliert ohne Spannungsbogen am tiefen Reis des Geheimnisvollen.“, schreibt Alfon Kaiser im aktuellen September Issue des FAZ Magazins. Ein bisschen davon brauchen wir im Leben – und beim Shopping.

Ein persönlicher Rat, wie amn sich Retouren spart und keine verzweifelten Momenten vor dem Kleidungsschrank voller halbgeliebter Dinge erlebt: Erstellt Wishlists, überlegt Euch Kombinationsmöglichkeiten und – ganz wichtig – schlaft nochmal drüber. Wenn das Teil am nächsten Morgen noch immer im Kopf herumschwirrt, dann sollte man definitiv zuschlagen – und zwar gerne auch mit Expressversand.

  • Veronika

    Das mit der Wishlist und den Kombinationsmöglichkeiten ist wirklich eine gute Idee.
    Mit guter Second-Hand und Vintage Mode kann man ebenfalls sehr bedacht einkaufen und dazu noch wunderschöne Einzelstücke ergattern. Was auch in unserem Sinne ist 🙂
    Ganz lieben Gruß
    Veronika
    https://www.prelovee.de/