Dior: Und sie stehen schlange...

Bis zu vier Stunden mussten manche warten, bis sie endlich hinter die Kulissen der Traditionsmarke schauen durften...

Der perfekte Sonntag in Paris? Nach einer langen Nacht von der Sonne geweckt werden, vom Markt Frühstück besorgen und dann entlang der Seine zu Dior radeln. (Ja, schon klar….)

Nee, wirklich! Genau diesen perfekten Sonntag gab es !!! Und zwar dank der Pariser Journées Particulières (die besonderen Tage), während derer man hinter die Kulissen der LVMH-Luxushäuser schauen durfte.

Wenn man nicht eines der äußerst limitierten Tickets mit fester Uhrzeit ergattert hat (unbedingt einplanen für nächstes Jahr!), gab es gleich ab morgens früh eine Schlange, in der Pariser Fashionbegeisterte stundenlang geduldig darauf warteten, in die Ateliers des wunderschönen Gründungseckhauses in der Avenue Montaigne in Paris gelassen zu werden, das seit dem 8. Oktober 1947 als Shop, Showroom und Produktionsstätte dient.

Die Besucher werden in kleine Gruppen eingeteilt und dann von eleganten jungen Damen in schwarzen Kostümen und Ballerinas durch das Haus geführt. Wir wandern also über den edlen Teppich des Treppenhauses, welches schon oft als Location für die Modenschauen von Dior genutzt wurde. An den Wänden hängen Bilder von Marilyn Monroe, Jackie Kennedy und anderen in Dior eingekleideten Ikonen, dazwischen kann man Abendgarderobe bestaunen (das Original-Kleid von Giselle Bündchen ist so schön, wieso bloß hat sie es nicht behalten?).

Es geht weiter durch einzelne Räume der Obergeschosse, in denen die einzelnen Ateliers des Hauses darstellen, wie der Produktionsprozess der Dior-Produkte aussieht. Schneider weihen uns in die hohe Kunst des handgefertigten Smokings ein (es dauert eine Woche, bis ein Dior-Smoking gefertigt ist!), Italiener demonstrieren die Schuh- und Handtaschenproduktion, Französinnen besticken vor unseren Augen Tüll mit unzähligen Pailletten und die Schweizer lassen sich von unseren Blicken und Fragen bei der Zusammenstellung der Dior-Uhren nicht aus der Ruhe bringen.

In meiner Gruppe ist eine sehr charismatischem französische Dame, und, so scheint es, eine alte bekannte Christian Diors, die immer wieder mit amüsanten Kommentaren die Führung bereichert „Oh ja, Christian fragte immer seine Schwester, was sie von einem Duft hält“. Ja, der Duft. Der Duft gehörte für Christian Dior ebenso zum Outfit einer Frau wie der rote Lippenstift, Accessoires und Schmuck. So kommt es, dass die Marke alles aus einem Haus anbietet. Als Verehrer der Weiblichkeit zeichnen sich die Dior-Kollektionen bis heute durch eine Betonung der Taille und der Verwendung der Farbe rot aus.

Der Mann liebt also Symbolik. Magisch war für den Designer auch die Zahl 8. Am 8. Oktober 1947 gründete er die Maison Dior im achten Arrondissement von Paris. Daher wird die neueste Uhren-Kreation auch nach der Acht benannt, und daher gibt es in diesem Jahr  nur acht Exemplare eines exklusiven Flakons des Duftes J’Adore, den das französische Kristall-Traditionshaus Baccarat entwerfen dufte.

Hier sind ein paar Eindrücke des Tages:

Extra aus Italien angereist: Die Fabrikateure der Dior-Handtaschen

Der Entwurf eines Dior-Abendkleids ist der erste Schritt...

...in einem Prozess, der nach etwa einer Woche ein atemberaubendes Einzelstück zutage bringt. Dies ist die Rohfassung - ganz in weiss.

Manche Dior-Kleider brauchen Wochen, um fertig zu sein

Hm...kann ich vielleicht gleich eins mitnehmen?

Und hier noch ein Mood-Video aus dem Hause Dior.