Augustin Teboul F/W 2012

Die 13 Teile umfassende Kollektion von Augustin Teboul für die Saison Fall/Winter 2012/13 zeigt sich ‚angezogener’ als die ‚Dreams are my reality’-Kollektion, die die Designerinnen zur Saison Spring/Summer 2012 zeigten.

Die Handschrift ist unverkennbar Augustin Teboul: Jedes Teil ist ein für sich stehendes, aufwändig gearbeitetes Kunstwerk, das von den Designerinnen zu einzigartigen Komplett-Looks kombiniert wird. Vor allem kommt Seidenchiffon und Cashmere-Strick zum Einsatz, der durch Pailletten und Strickrüschen verziert wird. Typisch Augustin Teboul waren Häkel-Details in Leggings und ein gewisser Biker-Touch in den Leder-Pieces.

Die Präsentation der Kollektion resultierte, wie die Designerinnen uns bereits am Montag per Interview verrieten, aus einer Zusammenarbeit mit den Künstlern Ariane Andereggen und Zana Bosnjak und interpretiert die Geschichte des Ariadnefadens neu. Der Ariadnefaden war ein Faden, mit dessen Hilfe der griechische Held Theseus in einer Höhle den Minotaurus fand (um ihn zu töten) und anschließend wieder zurückwusste.  Augustin Teboul hebten bei ihrer Performance vor allem mein mentales Labyrinth hervor, dargestellt auf mehreren nebligen Etagen der Rohbau-Räume des KOW in Berlin. Man war zugleich berührt von der Performance und der Roben, der Mystik des Raumes und angetan von der Finesse der Präsentationsweise der blutjungen Models.

Auch wenn die Präsentation in ihrer Ausführlichkeit (zwei Stunden, das Model bleibt am Fleck, man selbst bewegt sich) und ihrem künstlerischen Anspruch wie Haute Couture daherkommt, würde ich trotzdem sagen, dass die Modelle durchaus tragbar waren. Mehr als die filigran-transparenten Maschen, die zum Teil die letzte Kollektion bestimmten. Herbst/Winter 2012 wirkt angezogener und mit Alltagsmode kombinierbar. (Zum Beispiel Jeans mit Rüschenjacke etc.) Und vor allem viel tragbarer, als die filigranen Maschen der letzten Kollektion, da der Look insgesamt angezogener und weniger Transparent wirkt. Insofern entwickeln sich die Designerinnen weiter, und zwar in die richtige Richtung. Sie büßen dabei weder an Originalität, noch an Exklusivität ein – ein Spagat, den nicht viele schaffen.

Augustin Teboul F/W 2012

Augustin Teboul F/W 2012

Augustin Teboul F/W 2012

Augustin Teboul F/W 2012

Augustin Teboul F/W 2012

Augustin Teboul F/W 2012

Augustin Teboul F/W 2012

Augustin Teboul F/W 2012

Augustin Teboul F/W 2012

Augustin Teboul F/W 2012

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