Schmidttakahashi F/W 2012

Eugenie Schmidt & Mariko Takahashi sind die kreativen Köpfe hinter dem Upcycling-Label Schmidttakahashi, dass uns seit kurzem begeistert. Zuletzt traf Kiki die zwei Designerinnen zum Interview. Wie es aktuell um das Label steht, dass zur Mercedes Benz Fashion Week im Januar zum ersten Mal im Green Showroom im Hotel Adlon zeigte, könnt ihr im Interview nachlesen.

The Random Noise: Was können wir in dieser Saison neues von Euch erwarten?
Schmidttakahashi: Wir arbeiten mit geraden Linien und geometrischen Formen und kombinieren grau mit gedeckten Kontrastfarben, viele davon sind kühle Farben. Auch Materialmix spielt eine große Rolle. Wie immer verwenden wir zur Herstellung ökologische Materialien und die Upcycling-Methode, das heißt wir verwenden alte Kleidungsstücke, die wir in Containern auf der ganzen Welt sammeln und dann auseinandernehmen, schneiden, neu einfärben etc.

Euer Konzept in dem Maße ja sehr interessant, weil ihr innerhalb von festgesteckten Möglichkeiten bzw Grenzen – also das, was ihr an Altkleider-Fundus erhaltet, etwas neues kreieren müsst, was dem aktuellen Zeitgeist entspricht, immer wieder eure Handschrift trägt, einen Trend setzt oder im Trend ist. Ich stelle mir das ein bisschen so vor, wie wenn ich die Kühlschranktür aufmache, und versuche aus den dort vorhandenen Resten zu kochen…
Auch wenn man konventionelle Kollektionen kreiert, braucht man immer einen Anhaltspunkt. Unser Konzept ist sehr hilfreich. Es gibt einen ersten Anhaltspunkt – Farbe oder Materialien, die als Basis dienen und uns für die Entwicklung der Kollektion inspirieren.

…Woher nehmt ihr Eure Kreativität? Ist die Kunst eine wichtige Inspirationsquelle?
Als Inspirationsquelle dienen vor allem die gebrauchten Kleidungsstücke. Darüber hinaus beeinflusst uns unser Alltag in unserem Schaffen: Unser Wissen, unser Eindrücke…

Schmidttakahashi F/W 2012

Ihr habt jetzt QR-Codes in euren Kollektionsstücken?
Ja! In jeden Kleidungsstück gibt es einen QR-Code. Wenn man diesen mit dem Handy einliest, öffnet sich auf dem Handy eine Website, mit dessen Hilfe man das Kleidungsstück zurückverfolgen kann: Wo wurden seine Einzelteile gespendet und was haben wir daraus gemacht?

Das ist sicherlich eine Menge Arbeit…
Ja…hm…JA! (lacht)

Ihr lasst auch Kleidungsstücke für die Linie „Duplicate“ reproduzieren. Ist das nicht widersprüchlich zur eigentlichen Gründungsidee des Labels?
Wir haben lange darüber nachgedacht. Einerseits ist es wunderbar, Unikate zu erstellen. Andererseits möchten wir möglichst viele Menschen mit unseren Kollektionen erreichen. Doch bei Einzelstücken gibt es Grenzen in Sachen Größe und Reproduzierbarkeit. Damit wir unseren Wurzeln treu bleiben, arbeiten wir in der Duplicate-Linie weiterhin mit upcycling, neben ökologisch korrektem Stoff. Ein Teil jedes Duplicate-Stücks hat also auch immer ein Teil eines alten Kleidungsstückes in sich, sei es auch nur im Innenfutter.

Wie ist Dein Eindruck vom Green Showroom in diesem Jahr?
Es sind viele Besucher da – ganz unterschiedliche Leute. Das Publikum ist offen und sehr interessiert. Und gefällt es hier sehr gut.

Wieso habt ihr Euch dazu entschieden, hier auszustellen?
Im Gegensatz zu ‚normalen’ Messen müssen wir nicht erst erklären, dass Schmidttakahashi für einen nachhaltigen Gedanken steht. Beim Green Showroom ist dies Voraussetzung. Außerdem ist der Rahmen etwas Besonderes die Auswahl der Labels benrenzt.

Habt ihr den Standort Berlin bewusst für Euch gewählt?
Für uns ist Berlin als Standort am praktischsten. Wir haben hier Studiert und unser Netzwerk war auch am stärksten hier ausgeprägt. Wir brauchen eine Menge Leute, die uns helfen.

Bedient man Eurer Meinung oder Erfahrung nach aus Berlin eher den ausschließlich den deutschen Markt oder ergeben sich hier auch internationale Kontakte?
Berlin hat internationales Potenzial. Wir selbst haben im letzten Jahr in Japan und New York Kontakte knüpfen können und wollen diese Kollaborationen auch auf jeden Fall weiter ausbauen.

Vielen Dank für das Interview! Mehr Info’s zum Label unter www.schmidttakahashi.de

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