05
Mrz 12

Paris Fashion Week: Oversized bei Maison Martin Margiela FW 2012/2013

Maison Martin Margiela FW 2012/2013

Freitag Nachmittag vor der Show von Maison Martin Margiela: Der Andrang am Hotel Salomon de Rothschild im 8. Arrondissement in Paris ist enorm und irgendwie deutlich internationaler als bei den Shows, die bisher liefen. Besonders viele Asiaten schreiten an mir vorbei, allesamt angezogen in vergangenen Kollektionen des Hauses.

Kurz nachdem ich meinen Platz in einem der lichtdurchfluteten Räume einnehme, geht es auch schon los. Mir gegenüber sitzt Renzo Rosso, Mitgründer der Marke Diesel und Mitinhaber von Maison Martin Margiela. Im Nebenraum natürlich Christiane Arp, die nach der Show ausdrücklich die “tollen Mäntel” der Kollektion lobt. Begeistert diese Kollektion?

Sie beigeistert. Das Label bleibt seiner Linie treu und enttäuscht zugleich nicht die Erwartungen einer Überraschung, die man an die modische Avantgarde stellt. Hohe, beschützende Krägen, angetäuschte Hände in der Manteltasche – die Inspiration dieser Stücke sind typische Gesten der Winterzeit. Maison Martin Margiela verwendet diese, um – typisch für die Maison – auf Trompe l’Oeuil-Effekte zu setzen.

Als erstes kommen sehr gelungene ‘ärmellose’ Mäntel. Deren lange Ärmel wurden einfach vorne festgenäht, an jener Stelle, an welcher man sonst die Hände in die Manteltaschen steckt. Am Schulteransatz befinden sich Schlitze, die die zierlichen Arme der Models freilegen.

Schlitze finden sich auch am eigentlichen Übergang von Schulter zum Ärmel bei anderen Pullovern, mal weniger, mal mehr akzentuiert. Fast wirkt es, als haben die Models Flügel, die sie stark und unantastbar machen. Es folgt eine Serie von Mänteln mit überdimensionierten Stehkrägen und Strickpullover mit hochgekrempelten Rollkrägen. Diese Outfits halten sich bis auf die klassische schwarz-weiss-Kombination als Monocolor-Looks in Camel, Schwarz, Wollweiss oder Grau. Neben Leder und Cashmere wurden Hightech-Materialien und wattierte, steife Stoffe eingesetzt. Insgesamt dominiert ein Oversized-look.

Für mich teilte sich die Kollektion hiernach entzwei. Maison Martin Margiela zeigte halbfertig aussehende Kleider aus feinsten Kimono-Stoffen. Die hauchdünnen Stoffe, ihre Farben und Muster waren genau das Gegenteil von den extrem Selbstbewussten Schnitten und festen Materialen der Teile davor. Die Säume wirkten wie abgeschnitten, die Komposition des Kleides wie under construction. Sie legten die Zartheit der Models frei anstatt sie durch Oversized-Silhouetten zu verhüllen.

Untermals wurden diese beiden Gegenpole vom gefühlvollen Soundtrack des letzten Wim Wender’s-Film, Pina.

Maison Martin Margiela FW 2012/2013

Maison Martin Margiela FW 2012/2013

Maison Martin Margiela FW 2012/2013

Maison Martin Margiela FW 2012/2013

Maison Martin Margiela FW 2012/2013

Maison Martin Margiela FW 2012/2013

Maison Martin Margiela FW 2012/2013

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