Les Vitrines d'Hermès SS 2012

Knallfarben! Color Blocking! Sand als Zeichen der Zeit? The Random Noise zog mit der Kamera durch Paris, um für Euch jene Schaufenster abzulichten, die die Frühjahrssaison besonders schön einleiten. Wir beginnen diese Mini-Serie mit einer Hermès, dessen Schaufensterdekoration genauso Traditionsreich ist wie die Geschichte der Marke an sich.

Während der Fashion Week geht es nicht nur um die Herbst/Winter-Trends auf dem Laufsteg. In den Straßen von Paris erhalten in den Schaufenstern nämlich die Spring/Summer-Kollektionen Einzug. Jedes Haus verfolgt dabei sein ganz eigenes Dekorationsritual. Beim Luxushaus Hermès zum Beispiel gehört das Monopol der Gründungs- und Hauptboutique an der Rue du Faubourg St Honoré, ziwschen Place de la Concorde und Place de la Madeleine, der gebürtigen Tunesierin Leïla Menchari. Leïla ist kein Visual Merchandiser. Sie ist eine Künstlerin, vor der sogar die Hermès-Manager so viel Respekt haben, dass niemand (!) hinter den verhüllenden Vorhang schauen darf, bevor das Werk nicht komplett fertig ist. Zum Zeitpunkt der Enthüllung versammeln sich also höchstaufgeregt die Hermès-Mitarbeiter um den Laden. Das Segel fällt. Und alle applaudieren.

Die Hermès-Schaufenster ziehen einem von Weitem an: Neon-Colorblocking par excellence. Während die seitlichen Schaufenter im monocolor-Look gehalten werden, mischen sich am Hauptschaufenster, welches an der Ecke zur Rue  auf gelbem Sand Blau, Grün, Pink, Rot und Orange. Dabei wird das zentrale Thema von Hermès, die Reise, durch Koffer und Wüstenlandschaften angedeutet. In kreisförmigen Installationen an der Wand bewegt sich Sand, der für mich auf die Ewigkeit deuten lässt – ebendie Ewigkeit, für welche die Hermès-Produkte typischerweise kreiert werden. Cool finde ich transparente neon-Bags, die ziemlich am Puls der Zeit sind. Wie ich heute auf einem Atelierbesuch in einem der Hermès-Produktsstätten im Norden von Paris erfuhr, sind die transparenten Kelly’s leider nur Sonderanfertigungen zur Dekoration im Schaufenster. Nun ja, schliesslich ist gutes Leder Teil der Hermès-DNA.

A propos Besuch der Produktionsstätten: Über der Boutique auf der Rue de Faubourg St Honore, wo diese Bilder entstanden, befinden sich noch immer Produktionsateliers für Sattel, dem Ursprungsprodukt der Marke. Wer gern reitet und sich seinen eigenen Sattel herstellen lassen möchte, beispielsweise mit eingearbeiteter Carbonfaser, ist hier an der richtigen Adresse. Sonstige Lederprodukte, von Kelly über Birkin-Bag bis hin zu Porte-Monnaies werden an 10 französischen Produktionsstätten produziert, die ungefähr 2000 Menschen beschäftigen. Was mich am meisten beeindruckte, war wie viel Licht, Raum und Ruhe die Handwerker dabei haben, die Einzelteile einer Tasche zusammenzustellen. Et voilà, hier ist das Resultat des Handwerks Lederwaren – von Madame Menchari in Szene gesetzt.

Les Vitrines d'Hermès SS 2012

Les Vitrines d'Hermès SS 2012

Les Vitrines d'Hermès SS 2012

Les Vitrines d'Hermès SS 2012

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