Die Brand Filippa K macht auch mit - hier die Kollektion SS17

Die Brand Filippa K hat ihr eigenes Rental-Konzept entwickelt. Klassiker und Saison-Pieces sind ausleihbar (Hier SS17).

Kleidung, Schuhe, Taschen. Carrie Bradshaw bezeichnete in den pastellfarbenen SATC-Episoden der 00er Jahre den Inhalt ihres begehbaren Kleiderschrankes als ihre beste (und einzige) Geldanlage. Diese Darstellung ist natürlich überspitzt, aber dennoch hat sich, was wir an Mode besitzen wollen, wie wir es beziehen und wie lange wir diese im Anschluss genießen, seit einigen Jahren stark verändert.

Neben den schnellen Kopien von Zara & Co. (buy it, toss it) und dem Zugang zum internationalen Preloved-Kleiderschrank gibt es immer mehr das Angebot, Kleidungsstücke nicht mehr zu besitzen, sondern sich zu teilen. Mit einem unendlich großen, virtuellen Freundeskreis.

Warum Kleidung und Accessoires besitzen, wenn man sie auch teilen kann? Lest hier weiter, um mehr zu Erfahren…

Designer for Rent

Wenig Commitment, viel Abwechslung, teure Teile. Vor allem für Mädels, die Wert legen auf das Originaldesign, ist der zeitweise Besitz die bessere Alternative zur Kopie von Zara & Co..

Der Vorreiter: Die bereits 2009 begründete Plattform „Rent The Runway“ aus den USA. Die Grundidee war: Kleidung für besondere Anlässe nicht zu besitzen, sondern auszuleihen – beispielsweise eine Versace-Robe für 200-300 Dollar das Wochenende. Inklusive war bereits damals die Lieferung, teilweise eine mitgelieferte Zweitgröße sowie die Reinigung. Mittlerweile ist „Rent The Runway“ zu einem riesigen virtuellen Kleiderschrank gewachsen, der laut eines Berichtes von The Business of Fashion, mittlerweile 5,5 Millionen Mitglieder in den USA zählt. Geht man davon aus, dass 80% der Amerikaner online shoppen, so würden 20% aller Onlineshopper einen Account bei „Rent The Runway“ besitzen – für so ein vermeintliches Nischenprodukt nicht mal so wenig. Bei „Rent The Runway“ kann man heute auch Designerkleidung für den Alltag leihen. Das Unlimited-Abo eröffnet für 140 Dollar im Monat den Zugang zu fast jedem Kleidungsstück des Repertoires unter einem Wert von 3.000 Dollar (und einigen weiteren Ausnahmen). Hat man es satt, so gibt man es zurück, hat man sich auf Dauer verliebt, so gibt es die Möglichkeit (fast) alle geliehenen Pieces vergünstigt zu kaufen.

Auch bei uns gibt es Designers for rent. In Paris (wo sonst leben auf so kleinem Raum so viele Fashionistas?) gründeten vor ein paar Jahren die beiden Schwestern Anahi und Aurelie Nguyen die “L’habibiothèque”. Der Name ist ein Wortspiel, welches sich aus den Worten “s’habiller” (sich ankleiden) und “bibliothèque” (Bilkiothek) zusammengesetzt. Die Liste der Designer liest sich ähnlich jener von „Rent The Runway“ – mit lokal relevantem Fokus. Kenzo, Carven und T by Alexander Wang sind nur einige Beispiele. Das Abo kostet rund 150 Euro im Monat für so viel leihen, wie man mag.

Auch Labels schließen sich dem Trend an. Filippa K bietet einen Teil seiner Kollektionen zum Verleih an seine Kunden an. Für 20% des Verkaufspreises kann man sein Lieblingsstück vier Tage lang behalten. Danach nimmt der Laden das Stück wieder entgegen und kümmert sich um die Reinigung. 13 von insgesamt 50 Stores partizipieren an diesem Modell, darunter auch die Berliner Filippa K Filialen auf der Schönauer Straße und auf dem Ku’damm. Für die Brand ist dies ein Weg, seinen eigenen Beitrag zu verantwortungsbewusstem Konsum und Nachhaltigkeit zu leisten. Nicht umsonst liest sich das Brand Manifest von Filippa K „We need to be personal, simple and long-lasting“.

Nachhaltiger Konsum inklusive

Neben dem Aspekt des temporären Genusses von Designerkleidung gibt es auch den Schritt zum wirklichen Austausch von Kleidung von Nutzerin zu Nutzerin. Hierbei steht der nachhaltige Konsum im Vordergrund.

Das Startup Kleiderei aus Hamburg beispielsweise bietet für 39 Euro im Monat Zugang zu Vintage-Einzelteilen, die zwischen den Mitgliedern ausgeliehen werden. Es ist quasi ein virtueller Kleiderschrank von ganz vielen gleichgesinnten Mitbewohnern. Dadurch gibt es jedes Teil auch immer nur in einer Größe und nicht so nahtlos verfügbar wie bei den Modellen, bei dem man die Teile vom Startup direkt mietet. Die Kleiderei bietet ein gutes Sortiment an kleineren Brands und nachhaltig produzierter Fashion an, und dabei Kleidung sowie Accessoires. Neben der Möglichkeit, selbst auszuwählen, bietet die Webseite auch an, sich ein kuratiertes Monatspaket schnüren zu lassen. Der Service wurde neben Hamburg auch auf Köln erweitert.

Würdet ihr euch Mode ausleihen? Und wenn ja, wäre es wichtiger, ein breites Sortiment an Designermode zur Verfügung gestellt zu bekommen oder wäre der nachhaltige Aspekt des Leihens wichtiger?