dior-ausstellung-parisFotografie © Adrien Dirand

Paris is always a good idea – diesem Satz könnten wir nicht mehr zustimmen. Wenn das Wetter etwas zu ungemütlich ist, um stundenlang durch die Straßen zu schlendern, bietet die Modestadt uns in diesem Herbst drei höchst inspirierende Spaziergänge für den Geist. Mit dem Lebenswerk von Irving Penn oder Monsieur Christian Dior, wie mit dem wiedereröffneten Musée Yves Saint Laurent verbringen wir unser Wochenende.

1. Retrospektive: Christian Dior, couturier du rêve, Musée des Arts Décoratifs

Beginnen wir mit den Modeschöpfern. Im Musée des Arts Décoratifs schafft es das Haus Dior, anlässlich seines 70-jährigen Bestehen, den Besucher in visuelle sinnliche Themenwelten in das Universum der Marke zu entführen. Es beginnt mit den Anfängen des Lebens Christian Diors.

Man sieht Werke, die Christina Dior gemeinsam mit Pierre Colle in der gemeinsam begründeten und nach letzterem benannten Galerie ausstellte. Man Ray und Salvador Dali gehörten zu den ausgestellten Künstlern, von denen sich Christian Dior auch stark beeinflussen ließ, als er 1947 damit begannt, Mode zu kreieren. Der starke und direkte Bezug von Fotografie, Kunst und Reisen in den Kollektionen von Christian Dior führt sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Hauses und jeder Designer, von Yves Saint Laurent über John Galliano bis hin zu Raf Simons lebte diesen Bezug weiter.  Persönlich herausstehend für uns ist die moderne Poesie von Raf Simons, der die zeitgenössische Weiblichkeit durch das Medium der Haute Couture erblühen lässt – weit weniger minimalistisch als ihm gerne zugeschrieben wird. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 7. Januar 2018.

Anti-Frier-Tipp: Über Les Arts Decoratifs kann man Karten vorbestellen, um die Wartezeit bei Einlass zu verkürzen.

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Fotografie © Adrien Dirand

2. Wiedereröffnung: Musée Yves Saint Laurent Paris

Die Fondation Yves Saint Laurent eröffnete am 3. Oktober 2017 zeitgleich die Türen zur 5, Avenue Marceau in Paris sowie zum Museum in Marrakech, wo der Designer den Großteil seiner kreativen Energie schöpfte, der ihm als ungestörtes Arbeitsrefugium diente. In Paris wird im ehemaligen Wohnsitz von Yves und seinem Partner Pierre in permanenten und wechselnden Ausstellungen einen Einblick ins die Lebensweise und das Lebenswerk gegeben. Man lernt etwas über das damalige manuelle Entstehen einer Kollektion von der Skizze über das Stoffmuster, zahlreichen Fittings am Model bis schließlich hin zum fertigen Kleid. Man sieht eine Nachempfindung des Ateliers in Marrakech – gefüllt von Büchern und Artefakten. Und schließlich lässt man sich treiben durch eine Reihe von Video-Interviews von Menschen, die mit Yves arbeiteten.

Tipp für Euch: Das Museum befindet sich unweit von der Seine und dem Palais de Tokyo, wo man im neu eröffneten Hotspot Les Grand Verres zum Apéritif einkehren kann. Die beste Position, um aus dem Augenwinkel entweder andere Gäste oder den schillernden Eiffelturm zu beobachten.

therandomnoise.com_ysl_yves_sain_laurent_museum_parisBild © Musée Yves Saint Laurent Paris

3. Fotografien: Irving Penn, Musée Grand Palais

Last but not least, im Musée Grand Palais bietet sich eine umfangreiche Ausstellung der Fotografien von Irving Penn, der seit 1938 mehr als 235 Werke schaffte. Der Fotograf, der durch die VOGUE bekannt wurde, hat zahlreiche Editorials betreut und darüber hinaus auch die Brücke zwischen Fashion und Food geschlagen, wie bei seiner bekannten “frozen Foods” Serie. Die Ausstellung geht noch bis zum 29. Januar 2018.

Girlfriends & Lovers Tipp: Am Ende der Ausstellung könnt ihr Euch für €3 im Fotoautomat “à la Irving Penn” porträtieren lassen.

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1. Fotografie: Irving Penn, Girl with Tobacco on Tongue (Mary Jane Russell), New York, 1951 © Condé Nast

2. Fotografie: Irving Penn (American, 1917 – 2009) Mouth (for L’Oréal), New York, 1986. The Metropolitan Museum of Art, New York Promised Gift of The Irving Penn Foundation © The Irving Penn Foundation