Bryan Adams - Exposed

„Was, Du fotografierst?“ Anfangs sollen die Persönlichkeiten, die man in den rund 150 Porträts im NRW-Forum Düsseldorf als Deutschlandprämiere sieht, eher skeptisch gewesen sein. Aber sie ließen sich anscheinen überzeugen. Der Schauspieler Sir Ben Kingsyley zum Beispiel taucht gleich mehrmals und in immer wieder auf – mit verschiedener Inszenierung.

“Die ersten Fotos habe ich mit einer kleinen Kamera meiner Eltern gemacht“, sagt Bryan Adams über die Anfänge seiner Leidenschaft zur Fotografie. „Die Motive auf meinem ersten Film, Mitte der Siebziger, waren Konzertfotos von den Beach Boys, Parkplatzmauern, meine Freundin im Badezimmer, meine Mutter, mein Klavier, einfach beiläufige Dinge – aber genau diese waren um mich herum.“

Über die Jahre haben sich Adams’ Fotomotive verändert, so standen ihm zahlreiche Freunde, Berühmtheiten und Superstars Modell: Amy Winehouse, Mick Jagger, Michael Jackson, Ben Kingsley, Mickey Rourke in der Badewanne oder Dustin Hoffman im Anzug angelnd in der Meeresbrandung.

Die Ausstellung im NRW-Forum ist im Erdgeschoss, das heisst sie erstreckt sich wie üblich über zwei gegenüberliegende Räume. Ideal ist es, auf  der rechten Seite zu beginnen. Sie ist unbeschwerter. Die Mehrzahl der Künstlerporträts sind schwarz-weiss. Bryan Adams scheint seine liebsten Motive gerne in verschiedenen Rollen zu zeigen – wie etwas Daphne Guinnes oder Sir Ben Kingsley.

Wechselt man in den linken Raum, so stimmen mich als erstes die Aufnahmen von Amy Winehouse nachdenklich. Vor allem aber seine  Fotografie von amerikanischen Offizieren und Soldaten, die im Krieg verletzt wurden, sind ein riesiger Bruch zu den anderen Arbeiten. Meiner Meinung nach hätte man daraus ruhig zwei Ausstellungen machen können. Die Überlebenden seien „immer noch die gleichen Menschen – nur ihr Äußeres habe sich verändert“ so der Text, den man an der Wand lesen kann. Doch: ist das wirklich so? Ist der Krieg nicht ein Zustand, der jeden Menschen – verletzt oder unverletzt – für sein Leben prägt? Ich zweifle daran, zu glauben, dass danach sei nur in seiner äußeren Dimension anders zum Zuvor. Nicht zuletzt weil wir in einer Welt leben, in der das subjektive Dasein nunmal von visuellen Eindrücken stark geprägt ist.

Schauts Euch an – noch bis Ende Mai im NRW Forum Düsseldorf!

Amy Winehouse, London 2010 © Bryan Adams

Victoria Beckham, London 2005 © Bryan Adams

Bryan Adams - exposed

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