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Sep 12

Review: Berlin Festival 2012 mit Metronomy, Frittenbude und Ekstase im Club X-Berg

Berlin Festival 2012

Ein Festival zu beschreiben und die Emotionen in Worte zu fassen ist ungefähr genauso einfach, wie die Zahl Pi auswendig zu lernen. Nämlich gar nicht! Klar, 3,14 das bekomme selbst ich als totale Mathe Niete hin. Aber dann wird es echt schwierig! Für die Emotionen während der zwei Festival Tage die richtigen Worte zu finden, das Gesehene so wiederzugeben, dass ihr als Leser den Eindruck bekommt, selbst bei all den Konzerten mitgetanzt zu haben, dieses Feuerwerk an Eindrücken zusammenzufassen ist meiner Meinung nach eine größere Herausforderung als das mit Pi.

Wie auch in den letzten Jahren war der ehemalige Flughafen Tempelhof Schauplatz für das zweitägige Berlin Festival 2012. Dass dieser Ort eine unglaubliche Attraktivität und Nostalgie versprüht, können nicht nur Wahl-Berliner bestätigen, sondern auch die zahlreichen Besucher von auswärts und ein ganz bisschen vielleicht auch meine selbst geschossenen Bilder!

Doch nur weil die Örtlichkeit jedes Jahr dieselbe ist, bedeutet das keineswegs, dass sich die Veranstalter nicht neue Leckerbissen für die knapp 18.000 Gäste ausgedacht haben. So wurde die Main Stage dieses Jahr optisch in den Rumpf eines Flugzeuges verwandelt, an dessen linke und rechte Seite sich jeweils ein Tragwerk reihte.Neben Rodeo reiten konnte man sich beim Fahrradfahren auch sportlich auf dem Festival Gelände betätigen. Nicht, dass ich nach unzähligen Stunden purer Rumgetanzerei dazu die Muße verspürt hätte, aber zumindest das Fahrradfahren erfüllte einen sinnvollen Zweck: so lud der Tretende mittels verbundener Kabel und umgewandelter Körperenergie seinen Handyakku auf. Nicht schlecht sowas, vor allem an Tagen, wo Fotos, Videos, Facebook, Twitter und Co. diesen arg strapazieren.

Strapazieren. Das ist wohl das Schlagwort, für den wohl unangenehmeren Teil des Abends. Wer das Glück oder viel eher das Geld für das Festivalticket plus anschließendem Club X-Berg hatte, der musste sich nach 0 Uhr auf längeres Rumstehen vor den Shuttle Bussen einstellen. Denn zumindest am Freitag war die Frequenz des BVG Shuttles deutlich unter dem, was wir uns alle gewünscht hätten. Dann aber beim Club X-Berg angekommen, der neben der Arena, den Arena-Club, das Badeschiff und das Glashaus umfasst, switchte die Stimmung sofort von “müde-ko-Bett” zu “geil-geil-geil”! Denn das was sich die Organisatoren da ins Haus geladen hatte, hui, das war vom allerfeinsten!

Metronomy, Return of the Amazons feat. Chicks on Speed & Maral Salmassi, Hercules & Love Affair Soundsystem, Crookers und Dada Life am ersten Abend, Dillon (DJ-Set), Modeselektor, Totally Enormous Extinct Dinosaurs und Simian Mobile Disco am zweiten Tag spielten uns einfach fertig! Und da wurde mir auch wieder bewusst: du weißt das eine Party richtig geil ist, wenn du das Gefühl hast gehen zu müssen, weil du sonst aus Erschöpfung zusammenbrechen würdest.

Zwar nicht wirklich chronologisch, aber definitiv erwähnenswert: Frittenbude! Wer auf deutschen Elektro-Punk steht, der war Freitag am Hangar 5 bestens aufgehoben. Und Freunde, wenn ich sage bestens aufgehoben, dann ist das noch eine Untertreibung. Was momentan CRO, Casper und Co. an Aufmerksamkeit einheimsen, dass würde ich auch dieser Band aus Geisenhausen wünschen. Live so zu überzeugen und die Menge so zu animieren verdient einfach meinen vollen Respekt! Ebenfalls mit dieser Lobeshymne angesprochen, dürfen sich die Jungs von Kraftclub fühlen. Letztes Jahr spielte die Chemnitzer Band noch auf der kleinen Bühne, dieses Jahr war es dann die Main Stage, Samstag Abend, Atmosphäre unbezahlbar!

Ach Leute, ich könnte jetzt noch ewig weiter erzählen, wie cool doch wieder Paul Kalkbrenner war, der Samstag als letzter Act das Festival zumindest auf dem Flughafengelände beendete. Oder wie Miike Snow und The Killers es auf der Bühne krachen ließen. Aber wisst ihr was? Schaut euch doch einfach die Bilder an und dann nächstes Jahr, feiern wir alle wieder zusammen!

Berlin Festival 2012 © Geert Schäfer

Little Dragon © Geert Schäfer

Bonaparte © Timmy Hargesheimer

Bonaparte © Timmy Hargesheimer

Cro © Stephan Flad

Cro © Stephan Flad

We Have Band © Christian Faustus

Plan B © Geert Schäfer

Kate Nash © Christian Faustus

Berlin Festival 2012 © Stephan Vlad

Paul Kalkbrenner

Miike Snow © Timmy Hargesheimer

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