Beim Wochenendbesuch der Galeriekette Lumas wurde mein Blick auf zwei ausdrucksstarke Werke gelenkt, die mich sehr an Skizzen für Modeentwürfe erinnerten und mit Blau und Rot kräftig koloriert wurden. Kein Wunder, denn der Künstler, der dahinter steckt, ist kein Anderer als Wolfgang Joop himself.

black beauty red dress

black men'S fashion

Schon immer schätzte ich sein vielseitiges Interesse für Kunst jeglicher Art. Zum Einen natürlich die Mode. Aber nicht nur die Kleidung, die er selbst für Joop! oder Wunderkind entworfen hat, sondern auch Kreationen von anderen Designern aus vergangener Zeit, die er auswählt um sie neben seinen Sachen bei Wunderkind Vintage zum Verkauf zu stellen. Sein Gespür und detailliertes Interesse für Inneneinrichtung und Architektur war in einem ausführlichen Portrait im Architekturmagazin AD zu sehen und so musste es einen ja eigentlich nicht wundern, dass auch er unter die Maler gehen würde. Besonders sympathisch finde ich jedoch, dass er sich genau Lumas als Vertrieb herausgesucht hat. Die Galerie spricht Kunstinteressierte an, die sich an Abzügen von modernen Fotographien oder eben Bildern erfreuen, dabei aber nicht ein Vermögen ausgeben wollen/können. Joops Bilder sind zum Beispiel schon ab 350,- Euro erhältlich, eine Auswahl seiner Werke findet ihr weiter unten.

Erst aber eine kleine Einführung zu Wolfgang Joop, dem Künstler, wunderbar verfasst von dem Fotograph Horst Klöver:

Das Multitalent Wolfgang Joop hat klare Vorbilder: Die eiskalte Schönheit der Gemälde von Tamara de Lempicka, die die 1930er Jahre und deren Schönheitsideale reflektieren und die expressiven, leicht verruchten Zeichnungen von Egon Schiele – beide Künstler gingen ihren Weg gegen den Strom der Gesellschaft, unterwarfen sich nicht dem Geschmack ihrer Zeit und schufen so eine eigenständige, auf den Menschen und seinen Körper konzentrierte Bildwelt. Wolfgang Joop entwickelte daraus und aus vielen anderen Erlebnissen seines bewegten und immer eigenständigen Lebens als Designer, Schauspieler und Autor eine ganz eigene Art der Modezeichnung „in der Pose und persönliche Haltung eins werden.“

Für Wolfgang Joop „sind Kunst und Mode dann am eindrucksvollsten, wenn die Objekte eine Aura der Absichtslosigkeit haben. Oder die Absicht, sich ganz selbst zu genügen.“ Der französische Begriff dafür ist „l’art pour l’art“. Wolfgang Joops Zeichnungen sind Kunst um der Kunst willen, mit starkem Hintergrund aber ohne Hintergedanken. „Meine Skizze sollte aussehen, als sei sie ohne Mühe entstanden. Sie erklärte mein Zeitgefühl, meinen Begriff von Schönheit mit möglichst reduzierten, aber selbstsicher wirkenden Mitteln.“

Yves St. Laurent - Himself

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l'ange mal rase

he is mine

african vogue

Bilder und Text von Horst Klöver via Lumas.de

  • YM

    Modeskizzen in rot und blau. Na klar das kann nur Wolfgang Joop sein!

    Joop schätzt man aufgrund seines Interesses an Kunst. Wofür auch sonst? Obwohl vielleicht ist sein Interesse an Müllbeuteln auch bewundernswert!

    Mode ist Kunst. Na ja, irgendwann frisst uns alle der Kommerz. Meine Manolo Blahnik Sammlung hat auch schon etliche Ausstellung hinter sich!

    Bald bin ich übrigens Präsident. Denn ein Gespür für das Grundgesetz und Interesse an großen Schlössern habe ich ja schon!

    Also liebe Verfasserin, was willst du uns sagen? Kauft eine Skizze von Wolfgang Joop bei Lumas? Dann hätte ich gerne noch die Adresse.

  • Sophia

    Also, ich finde die Bilder sehr gelungen und wohl für jeden Modeinteressierten ein sehr wertvoller Tipp und Hinweis!