Pamela Ross_The Random Noise_Olympus_10

Unser Verhältnis zum Medium Fotografie wurde in den letzten zwei Jahrzehnten durch Digitalkameras und Smartphones stark verändert. Während wir früher 36 Bilder pro Film schießen konnten, sind es heute auch schnell 36 Klicks für ein Motiv. Doch die Vielfalt und Tiefe der Fotografie, mehr als nur ein Abbild zu sein, sondern Momente einzufangen, spontan oder inszeniert, faszinieren mich und meine Co-Autorin Tana-Maria schon immer. Daher sind Ausstellungen von und Gespräche mit Fotografen hier bei The Random Noise ein fester Bestandteil geworden.

Wir interviewten bereits den französischen Fotografen Thomas Boivin, der Tana-Maria mit seinen Porträts aus dem Pariser Viertel Belleville berührte. Oder auch eine Ikone der Fotografie, Albert Watson, der seit den 1970er von Alfred Hitchcock über die junge Kate Moss bis hin zu Jay-Z alle vor der Kamera hatte.

Heute nun stellen wir euch Pamela Ross vor, eine Fotografin aus Hamburg, deren Werke ich über meine Arbeit mit Olympus entdeckte. Denn Olympus fördert im Programm der sogenannten „Visionaries“ Fotografen, die auf Grund ihres besonderen Blickwinkels und – wie der Name sagt – ihrer Vision hervorstechen. Ihnen gibt Olympus die Möglichkeit, sich in Ausstellungen zu präsentieren und an Projekten wie dem Olympus Perspective Playground mitzuwirken.

Die Arbeiten von Pamela Ross beeindrucken mich, da sie ganz ungestellte und intensive, einzigartige Momente festhält – aus dem Straßenleben, auf Reisen, an besonderen architektonischen Orten. Pamela studierte Kommunikationsdesign und hatte mit Olympus bereits Ausstellungen in ihrer Heimat Hamburg und in Zingst und Oberstdorf. Im Interview verrät sie nun, wie sie zur Fotografie gekommen ist, erzählt von den spannendsten Reisen und gibt auch Tipps, wie man unterwegs und ohne viel Equipment einzigartige Fotos schießen kann.

Wie hast du die Fotografie für dich entdeckt?

Schon als Jugendliche habe ich mich sehr für die Fotografie interessiert, ich fand es schon damals spannend Momente festzuhalten, die so nicht mehr wieder passieren werden. Momente, die wir heute sehen und morgen vergessen sind, wenn wir diese nicht festhalten. In der Schule hatte ich als Leistungskurs Kunst und wir hatten eine Dunkelkammer in der Schule – dort konnten wir Fotos selbst entwickeln. Heute ist bei mir jedoch alles digital. Ich habe die Fotografie nie aus den Augen verloren, denn wenn man einmal etwas für sich entdeckt hat, bleibt es oft ein Teil von einem selbst. Aber so richtig habe ich erst wieder zur Fotografie gefunden, als ein Freund mir mal seine Olympus PEN Kamera ausgeliehen hat. Ich bin los und habe angefangen zu fotografieren, mit der Möglichkeit, die Objektive wechseln zu können, ergaben sich für mich ganz neue Möglichkeiten der digitalen Fotografie. Die Kamera war klein und kompakt, aber hatte alles, was ich brauchte.

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Du fotografierst viel auf Reisen und die genannten Momente entstehen oft im lebendigen Stadtleben. Was fasziniert dich daran besonders?

Auf der Straße ergeben sich Momente, die so einfach nie wieder entstehen werden. Alles was ich heute sehe, ist morgen anders. Auf der Straße spiele ich mit dem vorhandenen Licht, Schatten und Silhouetten – die Personen, die ich heute an einem Ort sehe, sind morgen oder auch schon im nächsten Augenblick nicht mehr da. Mir gefällt die Wahrheit auf der Straße, hier kann man nicht mit Ausrichtungen des Lichts arbeiten, um wohlmöglich zum Beispiel Falten von Menschen zu verdecken.

Welche deiner Reisen war für dich besonders?

Ich bin 2015 drei Monate alleine durch Brasilien gereist und habe auch die weniger touristischen Orte besucht. Wenn man alleine reist, findet man zu sich und seinen Grenzen. Ich bin dort Menschen begegnet, mit denen ich mich nur mit Handzeichen verständigen konnte, da ich nur ein paar Worte portugiesisch konnte. Brasilien ist landschaftlich und kulturell einfach wahnsinnig interessant. Länder mit einer tiefen kulturellen Geschichte faszinieren mich immer am meisten.

Hast du ein bevorzugtes Motiv, welches du mal fotografiert hast?

Mein aktuelles Lieblingsbild ist meine eigene Inszenierung der Sydney Opera. Ich wollte das Gebäude aus einem anderen Winkel festhalten und nicht klassisch, so wie wir es schon hundert Mal gesehen haben. Ich stand unten an der Treppe und sah einen Mann auf den obersten Treppen entlang gehen, ich war im richtigen Augenblick an der richtigen Position – das Bild ist in nicht mal einer Minute entstanden. Es ist etwas, was ich seit längerer Zeit versuche in meinen Bildern festzuhalten: bedeutsame architektonische Gebäude mit dem Menschen.

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Du fotografierst unter anderem mit der Olympus PEN Kamera. Was sind die Vorteile der Kamera für dich persönlich als Fotografin?

Die Olympus PEN ist klein und eher unauffällig, besonders bei der Straßenfotografie gut einzusetzen. Sie passt in meine kleine Handtasche, so muss ich keinen großen Fotorucksack mit mir rumschleppen. Ich bin Fan von möglichst wenig Gepäck – dafür ist die Olympus PEN genau der richtige Begleiter. Für mich ist das Allerwichtigste an einer Kamera, dass sie einfach zu bedienen ist und man damit wunderbare Ergebnisse erzielen kann.

Welches Equipment benutzt du zusätzlich?

Neben der Olympus PEN E-PL8 benutze ich noch die OM-D E-M10 Mark III, als Objektive nutze ich außerdem diverse MFT Objektive (17 mm, 45 mm, 75 mm). Ich arbeite meistens mit festen Brennweiten, aber manchmal kommen auch Zoom-Objektive zum Einsatz.

Wenn man außerhalb eines Studios mit gesetztem Licht fotografiert und Momente einfängt, sind die Lichtverhältnisse immer anders und Situationen spontan. Worauf sollte man deiner Meinung nach besonders achten bei Fotografien, die unterwegs und auf der Straße entstehen?

Wichtig ist, dass man sich die Vorteile bzw. Nachteile der jeweiligen Lichtsituation bewusst macht. Mit starkem, tief stehendem Gegenlicht kann man zum Beispiel wunderbare Silhouetten einfangen. Da ich meine Motive selten plane, ergibt sich fast alles spontan. Ich habe manchmal gewisse Bilder im Kopf, aber bisher ist keins meiner Motive vorher geplant gewesen. Für manche Motive habe ich fünf Minuten Zeit investiert, für andere 60 Minuten – die Straßenfotografie kann viel Geduld von einem fordern, aber das ist, was ich eben so sehr an der Straßenfotografie liebe. Sie ist spontan und nicht wirklich planbar, ähnlich wie das Leben.

Du teilst deine Reisen und Bilder auch auf Instagram. Hat sich durch das Nutzen dieses neuen Mediums deine Wahrnehmung von Fotografie geändert?

Ich teile meine Fotos schon sehr lange auf Flickr und 500px, Instagram ist für mich nur ein anderes Medium. Auf Instagram teile ich meine Bilder fast immer on the go. Ich nutze die möglichen Filteroptionen und nehme keine weitere Bearbeitung vor. Mit Instagram erreiche ich schnell andere Leute und inspiriere auch Nicht-Fotografen, während Flickr und 500px sich ja eher an Fotografen richten.

Was sind deine nächsten Pläne als Fotografin?

Meine nächste Reise geht im Januar nach Südafrika. Ich bin bereits ein paar Mal dort gewesen, es ist eins der Länder, die ich bei jedem neuen Besuch aus einem neuen Augenwinkel betrachte, was ich eben total spannend finde.

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Fotos © Pamela Ross

Anzeige | In Kooperation mit Olympus PEN