Im Interview: Soho House Gründer Nick Jones über die neuen Berliner Lofts

Ob für legere Meetings, einen Nachmittag mit Cocktail am Pool, eine Boxrunde im Fitnessstudio oder eine entspannte Maniküre im Cowshed Spa – das Soho House Berlin ist nicht nur für die bekannten Künstler zur Fashion Week oder Berlinale reserviert, sondern hat sich in der Stadt als ein beliebter und gemütlicher Ort des Zusammenkommens gemausert. Jetzt erweiterte das Soho die Räumlichkeiten um die sogenannten Lofts. Wie siese aussehen und was in Zukunft noch geplant ist, hat uns der sympathische Gründer Nick Jones verraten.

Was hat es mit den neuen Lofts auf sich?
Jedes der vier Lofts ist ungefähr 250 Quadtratmeter groß – zwei mit zwei Schlafzimmern und zwei mit jeweils drei Schlafzimmern. Sie alle haben Küchen, eine Bar für Cocktails und großzügige Tische zum essen, kochen und zusammenkommen. Angesprochen werden Leute, die das Loft nutzen und es wirklich auskosten, die Freunde einladen und Dinner geben oder mal für einen Abend ein Event veranstalten. Es ist an Gäste gerichtet, die hier vielleicht einen Gig haben oder über einen längeren Zeitraum einen Film drehen.

Wer ist für das Design-Konzept verantwortlich?
Wir haben ein Team und machen alles intern. Dies ist eine Kollaboration zwischen unserem London und New York Office. Der Stil sollte schon gemütlich sein, auch wenn diese Eames-Stühle super schön aussehen, muss es gleichzeitig funktional sein. 70% der Möbel sind aus unserem Vintagelager, einen Teil machen wir selbst oder kaufen die Sachen neu.

Wie sind die Lofts in das Soho House integriert?
Als wir das Gebäude an der Torstraße einst gründeten, haben wir 50% übernommen. Es war schon immer klar, dass mit dem anderen Teil des Gebäudes noch etwas passieren würde. Das Soho House in Berlin hat sich besser entwickelt als wir gedacht hatten, mit den Apartments und nun den Lofts wollten wir nun eine noch größere Vielfalt an Räumlichkeiten bieten.

In wie weit unterschieded sich das Haus in Berlin von denen in London, Miami oder New York?
Immer wenn wir ein neues Haus eröffnen, bin ich etwas skeptisch: wird es Leute geben, die Mitglied sein wollen? Wir es stetig wachsen? Aber wir dachten uns: lasst es uns probieren. Wir haben ein Fittnesstuido, ein schönes Kino, ein abwechslungsreiches Programm und einen Pool auf dem Dach. Zudem ist es für all das gar nicht teuer, viel günstiger als es in London oder New York ist. Preislich ähnlich wie eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Und ja, das Konzept hat gut funktioniert. Zwar macht man nicht immer alles richtig von Anfang an, aber man muss sich auch erst auf eine neue  Stadt einstellen und von den Mietgliedern lernen, wie sie es benutzen wollen. Im Gegensatz zu anderen Städten wird in Berlin beispielsweise der Club viel mehr als Arbeitsplatz genutzt und für Meetings, es ist tagsüber viel voller.

Soho House Berlin: Ein Blick in eines der vier neuen Lofts

Hast Du persönliche Lieblingsorte in Berlin?
Früher bin ich öfters ins Cookies gegangen, aber jetzt bin ich etwas älter. Ich mag es einfach mit dem Fahrrad entspannt durch die Stadt zu fahren – immerhin gibt es hier wenige Hügel, das ist gut. Neben den tollen Gebäuden, lassen sich so auch viele kleine Straßen und die unheimlich vielfältige Geschichte der Stadt entdecken.

Eines der nächsten Häuser entsteht gerade in Instanbul. Wie wird das aussehen?
Das Haus in Istanbul wird groß, es ist in der ehemaligen Amerikanischen Botschaft, ein wunderschönes Gebäude und die Gegend ist eine der schönsten der Stadt. Dort sind nicht viele Touristen, sondern Einheimische, und der Blick über den Bosporus ist überwältigend. Es wird ca. 90 Hotelbetten geben, einen großen Clubraum, das Cowshed Spa und einen Cabaret Club sowie Restaurants und einen Club für Abends.

Wie wählt dein Team die neuen Standorte für die Häuser aus?
Die Orte wählen sich eigentlich selbst. Es gibt eine ganze Liste an interessanten Städten und in der Vergangenheit haben sich die Zufälle so ergeben, dass Leute mit tollen Locations auf uns zugekommen sind, daher musste ich eigentlich nie einfach ohne Ahnung in eine Stadt fahren. Bis jetzt, vielleicht ändert sich das auch irgendwann.

Was sind die nächsten Pläne für die Soho Houses?
Wir wollen einfach stetig besser werden und weiterhin einen größeren Wert für unsere Mitglieder schaffen. Das bedeutet natürlich auch mehr Häuser, also ca. zwei pro Jahr, da sich so die Mitgliedschaft immer mehr lohnt und man das Gefühl hat es gibt in jeder dieser Städte ein kleines Zuhause.

Fotos via Soho House Press

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