Eugenie Schmidt & Mariko Takahashi

Auf der Berlin Fashion Week konnten wir ja bereits die Herbst/Winter Kollektion 2011 von schmidttakahashi bewundern und auch das restliche Fachpublikum bejubelte die neuen, nachhaltigen Kreationen von Eugenie Schmidt und Mariko Takahashi. Nach dem ganzen Trubel der Show hat The Random Noise jetzt ein Interview mit den beiden Designerinnen geführt, über die Fashion Week und das weiterentwickelte Konzept ihres Labels gesprochen.

Es ist jetzt ein Jahr her, dass ihr euer Label bzw. euer Konzept auf der Berlin Fashion Week präsentiert habt. Was hat sich seitdem bei euch getan?

Im letzten Sommer haben wir den Sonderpreis für Pressearbeit vom Senat für Nachhaltigkeit erhalten und arbeiten seitdem mit der Presseagentur Müller & Zenone zusammen. Daraus erfolgten zahlreiche Beiträge in der Presse, Einladungen zu Veranstaltungen, z.B. eine Einladung nach Athen zur neuen internationalen Modeplattform für avantgardistische Mode 4FashionShakeII.

Wie schafft ihr es euer Konzept von nun an in halbjährliche Kollektionen zu verpacken?

Wir gestalten wie gewohnt zwei Kollektionen im Jahr. Diese bestehen zwar aus Unikaten, aber die Kollektion ist unterteilt in „basics“ und „specials“. Specials sind besondere, einmalige Stücke, die in unserer Kleidersammlung selten vorkommen und sehr aufwendig verarbeitet sind. Basics sind uniformelle Teile, wie Hemden, T-Shirts oder Jeans, die aus gespendeter Alltagskleidung bestehen und leicht reproduzierbar sind. So z.B. das gelbe Kleid aus der ersten Kollektion, das war ein einfaches Seidenhemd, welches wir mit einem Strickgurt kombiniert haben. Das könnte bei Anfrage sehr ähnlich wiederholt nachproduziert werden. Und bliebe trotzdem ein Unikat.

Im Rahmen der Fashion Week habt ihr euch für eine Runwayshow mit Präsentation entschieden. Warum?

Ja, für diese Saison haben wir uns für eine klassische Show mit Models und Musik im .CHB entschieden. Wir suchen jede Saison eine interessante und auch für uns persönlich spannende Form unsere Kollektionen zu präsentieren. Zur nächsten Saison möchten wir wieder den technologischen, sowie den narrativen Aspekt der Kleider sprechen lassen.

Wie viele Kleidungsstücke habt ihr seit Beginn bekommen und wonach entscheidet ihr euch für bestimmte Teile?

Das kann man genau sagen, da wir alle Kleidungsstücke eben ins Archiv aufnehmen und dort jedem Stück eine digitale Identity geben. Das sind bis jetzt 1.470 Stück, davon haben wir ca. 300 verarbeitet. Die Wahl eines Stückes, das zum Kollektionsteil bestimmt wird, selektieren wir nach Farbe, Form und dann auch nach Material. Das heißt wir haben ein Farbkonzept, dann wird je nach Saison nach Stoffarten gesucht, anschließend nach interessanten, ungewöhnlichen Kombinationen. Der Anspruch ist, das Kleidungsstück zum Lieblingsteil umzugestalten. Und es möglichst reproduzierbar zu machen.

Gibt es Kleidung, die ihr gar nicht verwendet?

Bis jetzt haben wir nur Unterwäsche und Socken ausgeschlossen. Vor einem Jahr wussten wir, dass es Acrylpullover z. B. schwer haben werden. Nun haben wir eine schöne Lösung dafür gefunden. Wir trennen die Pullover auf, und verstricken dieses Garn mit neuer brauner Öko-Wolle zu Strickteilen, die eben kombiniert werden z.B. bei dem neuen Karoponcho.

Was sagen die ehemaligen Besitzer der Kleidung zu euren Kreationen? Habt ihr Kontakt zu ihnen?

Beim Spenden erhält der Spender eine ID-Nummer. Somit kann er seine Spende nachverfolgen und geplant ist es zum Sommer 2011, sogenannte Accounts geben wird, die es ermöglichen, sowohl die gespendeten, wie  auch die neuen Kollektionsteile zu kommentieren.

Vielen Dank für das nette Interview, wir wünschen weiterhin viel Erfolg!