Ich muss zugeben: ich war noch nie in Schweden! Und als mich meine gute Freundin und Blog-Kollegin Kathrynsky fragt, ob ich sie für eine Pressereise in die wilde Natur des nordischen Landes begleiten möchte, war meine Antwort und somit meine ersten schwedischen Worte sofort klar: varje fall!

An einem Wochenende im März fahre ich das erste Mal nach Schweden! Gelandet am Flughafen Örebro, ist man nach 40 Minuten Autofahrt in einer der idyllischsten Landschaften von Schweden angekommen. Im Ort Stora Mellösa, direkt am großen Hjälmaren See und zwischen Birken, Fichten und Kiefernbäumen, liegt Katrinelund. Aus mehreren roten, typisch schwedischen Holzhäusern bestehend, erinnert einen die Hotelanlage direkt an die Ortschaften bei Astrid Lindgren. Gemütliche Zimmer laden zum Runterkommen und Abschalten ein, was mit Erholung in Pool, Sauna und Bibliothek ergänzt wird. Der Höhepunkt ist für mich vor allem in der wunderbaren, stillen Natur zu sein und die durchdachte, lokale Küche im hauseigenen Restaurant zu genießen.

SCHLITTSCHUHWANDERN AUF „BLACK ICE“

Am nächsten Morgen geht es schon früh raus, denn der Hjälmaren ist zugefroren und es geht auf’s Eis zum Nordic Ice Skating, das sogenannte Schlittschuhwandern, ein beliebter Sport in Schweden. Zwar ist es zuerst etwas ungewohnt einen gefroren See zu betreten, mit Schlittschuhen, Stöckern, Sicherheitsweste und unserem professionellen Guide Roger Hjälm geht es dann aber auf die glatte Fläche und für mehrere Stunden ziehen wir unsere Bahnen über den See. Immer wieder zu hören: kackendes Eis. Die tieferen Schichten brechen im März bereits wieder auf, durch die Dicke des Eises besteht aber keine Gefahr. Auch einige tiefe Risse im Eis sind zu sehen, ein beeindruckender Anblick.

Anfang der Saison ist hier bei den Gewässern das Phänomen des „Black Ice“ zu sehen. Wenn die Seen hier in kürzester Zeit zufrieren und noch kein Schnee gefallen ist, sind die Eisoberflächen spiegelglatt und sehen schwarz aus. Hier geht’s zum beeindruckenden Video von National Geographic zu Black Ice.

Unsere Schlittschuhtour führt uns auch auf die Mitte des Sees, wo Fischer zu dieser Jahreszeit mit einem Schrauber in die mehr als 40 Zentimeter dicke Eisdecke Löcher bohren, um Fische wie Barsch zu angeln. Und um den See herum zeigt uns Roger Hjälm die Orte, wo man Kräuter, Gewürze und essbareres aus der lokalen Fauna findet.

THE CULINARY EXPERIENCE

Die kennengelernten Zutaten aus der schwedischen Natur werden dann am Abend im Restaurant von Katrinelund auch direkt serviert – denn der Chefkoch ist Roger Hjälm, unser Ice Skaing Guide.

In einem sechs Gänge Menü zeigt er sein Können mit den lokalen Zutaten, die nachhaltig und saisonal zubereitet werden – und es ist eine wahre kulinarische Entdeckungsreise, die ich nicht vergessen werden. Zu Beginn gibt es Lamm Tartar mit lokal angebautem, fermentiertem Chili aus dem Sommer. Es folgt unter anderem ein Zwiebelchip mit schwedischem Pecorino und Asche von der Zwiebel und viele Fischspeisen, wie Muscheln, Barsch und Zander, die alle mit Kräuter aus der Gegend angerichtet sind. Auch ein Zander-Kopf wird aufgetischt, eine erst ungewöhnliche Delikatesse, die aber aufzeigt, dass möglichst alle Teile der Tiere verwendet werden und so Abfall reduziert wird. Höhepunkt ist das selbst gemachtes Eis zum Nachtisch.

Katrinelund Gästgiveri och Sjökrog

71592 Stora Mellösa, Schweden

 

A CITY TRIP TO ÖREBRO

Ein zweiter Stopp auf der Reise ist die nahe gelegene Stadt Örebro. Mitten im Zentrum befindet sich das Hotel Clarion Collection Borgen. Die beeindruckt Erscheinung des kleines Schlosses aus dem 19. Jahrhundert wird im Inneren mit moderne Akzenten gekonnt kontrastiert: Designersessel treffen auf abstrakte Graphiken, das weiß gekachelte Bad läd auf eine heiße Badewanne ein und das mit direktem Ausblick auf den Svartån Fluss.

Nur einen Block entfernt geht die kulinarische Reise bei Hachi Örebro weiter. In dem kleinen Lokal finden circa ein Dutzend Gäste Platz und können dem Koch live beim Zubereiten der köstlichen Sushi Menüs zusehen. Frischer Oktopus, Lachs oder Krabben werden filetieren und vor unseren Augen flambieren, ehe er ganz frisch serviert wird.

Nachdem mir in Katrinelund bereits das Porzellan von Milla Keramik aufgefallen ist, statten wir der Designerin Camilla Pahlstad nun hier in Örebro einen Besuch ab. Im Atelier entwirft und fertigt sie die Designs, die typisch skandinavisch schlicht sind, in gedeckten Farben oder mit Farbverläufen. In der Vorbereitung sind hier auch einige der zerbrochen Tellerhälften zu sehen, die in einigen Wochen ihren Weg nach Katrinelund machen werden.

 

IMPRESSIONEN VON KATRINELUND

 

 

 

 

 

IMPRESSIONEN VON ÖREBRO

 

 

 

Fotos: The Random Noise